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Über uns

Aus der Praxis.Für die Praxis.Entwickelt.

lingomatch verbindet Behörden in Minuten mit geprüften Dolmetscher:innen, verschlüsselt, JVEG-kompatibel und mit einem Nachweis, der in die Akte passt. Gegründet von Florian Crosbie, der das Problem aus beiden Richtungen kennt: als ehemaliger Polizist und als praktizierender Dolmetscher.

Porträt von Florian Crosbie
Gründer und GeschäftsführerFlorian Crosbie
Warum es uns gibt

Ein Problem, das wir selbst erlebt haben.

In Behörden, Polizei und Justiz fehlt nicht der Wille zur Sprachmittlung. Es fehlt die Infrastruktur.

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Die Suche dauert zu lang

Dolmetscher:innen werden kurzfristig gebraucht. Die Suche läuft manuell, regional begrenzt und abhängig von der Uhrzeit. Manchmal vergeht eine Stunde, bevor jemand erreichbar ist.

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Betroffene können ihre Rechte nicht wahrnehmen

Ohne verlässliche Sprachmittlung können Menschen sich nicht äußern, Inhalte nicht verstehen und ihre Rechte nicht wirksam wahrnehmen. In Vernehmungen, Anhörungen und Verfahren.

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Die digitale Infrastruktur fehlt

Während andere Bereiche der Verwaltung digitalisiert werden, läuft die Vermittlung vielerorts weiter über Telefon, Fax und persönliche Kontaktlisten.

Im Gespräch mit dem Gründer

Ich kenne beide Enden der Telefonkette.

Florian Crosbie · Geschäftsführer der lingomatch GmbH · Deutsch-Franzose · Betriebswirt und Übersetzer/Dolmetscher

Wie kam es zu lingomatch?

Aus einem Muster, das mir von beiden Seiten begegnet ist. Im Polizeidienst habe ich die Suche nach einer dolmetschenden Person selbst geführt, als vereidigter Dolmetscher stand ich am anderen Ende. Die Ursache war jedes Mal dieselbe: nicht fehlender Wille, sondern fehlende Verfügbarkeit. Irgendwann war klar, dass daran keine weitere Liste etwas ändert, sondern nur eine Infrastruktur.

Was bringen Sie fachlich mit?

Über fünfzehn Jahre Erfahrung in der Sprachmittlung. Nach der Prüfung zum militärischen Sprachmittler beim Bundessprachenamt im Jahr 2011 folgten Einsätze als Sprachmittler und Sprachaufklärer im militärischen Umfeld, im Rang eines Unteroffiziers, im In- und Ausland. Anschließend war ich als Polizeibeamter bei der französischen Police Nationale tätig.

Nach meinem Ausscheiden aus dem öffentlichen Dienst erwarb ich zwei Abschlüsse als Geprüfter Übersetzer, den Abschluss Master Professional in Betriebswirtschaft (IHK) sowie einen Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft.

Seit 2017 bin ich für Deutsch, Französisch und Englisch am Landgericht Saarbrücken allgemein beeidigter Übersetzer. Darüber hinaus bin ich beim Tribunal Judiciaire de Sarreguemines für Deutsch und Französisch als Übersetzer und Dolmetscher zugelassen.

Wie oft haben Sie gedolmetscht?

Über 2.000 Stunden in Strafverfolgung und Justiz, von der Ordnungswidrigkeit bis zum Kapitaldelikt. Einreise, Asyl- und Abschiebeanhörungen. Haftvorführungen bis zur Hauptverhandlung. Hausdurchsuchungen bis zur Vollstreckung von Haftbefehlen. Telekommunikationsüberwachung. In fast jeder dieser Stunden ging es um eine Entscheidung, die für jemanden Folgen hatte.

Was kann die Plattform konkret?

Eine Dienststelle gibt Sprache, geschätzte Dauer und Vorgangsnummer ein und löst die Anfrage aus. Angefragt wird gestaffelt unter den Personen, die Sprache und Mindestqualifikation erfüllen und verfügbar sind. Wer zuerst annimmt, bekommt den Einsatz. Beide Seiten treten in einen Ende-zu-Ende-verschlüsselten Videoraum, in dem vorher der Hinweis auf § 201 StGB bestätigt werden muss.

Die Behörde legt die Regeln selbst fest: eigener Pool oder bundesweit, Mindestqualifikation von Sprachmittler:in bis vereidigt, Vergabeweg von Zufall über Rotation bis Direktvergabe. Bricht die Verbindung ab, können beide Seiten den Raum erneut betreten. Nach dem Einsatz entsteht ein Nachweis als PDF mit Dauer, Sprache und Vorgangsnummer, der als Abrechnungsgrundlage in die Akte passt.

Drücken Sie mit lingomatch die Honorare?

Nein, und das ist keine Absichtserklärung, sondern eine Eigenschaft des Aufbaus. Vergütet wird nach JVEG, wo es anwendbar ist, sonst nach dem mit der Behörde vereinbarten Satz. Der Satz steht in der Anfrage, bevor jemand annimmt. Es gibt kein Bieterverfahren, kein Unterbieten und kein Ranking, das sich durch niedrigere Preise verbessern ließe.

Das Auftragsverhältnis entsteht zwischen der Behörde und der dolmetschenden Person. Über uns fließt kein Honorar. Wir verdienen an einer Servicegebühr, die gesondert eingezogen wird, und zwar erst, wenn ein Einsatz abgeschlossen ist.

Für wen soll lingomatch außerdem etwas ändern?

Für Berufsanfänger:innen. Der Zugang zur Behördensprachmittlung läuft über gewachsene Muster: Listen, persönliche Kontakte, Empfehlungen. Wer neu ist, kommt dort kaum hinein, und zwar nicht wegen fehlender Qualifikation, sondern weil die eingespielten Verbindungen zwischen Behörden und Dolmetscher:innen kaum Platz lassen. Eine Vergabe nach Zufall ändert genau das: Sie fragt nach Sprache, Qualifikationsstufe und Verfügbarkeit, nicht nach Bekanntheit. Wer die Voraussetzungen erfüllt, bekommt dieselbe Chance auf eine Anfrage wie jemand, der seit zwanzig Jahren auf der Liste steht.

Warum sollte eine Behörde einem jungen Unternehmen vertrauen?

Weil sie es nicht muss, sondern prüfen kann. Wir stellen vor jeder Entscheidung die Unterlagen bereit: Architekturübersicht, eingesetzte Verfahren, Angaben zum Rechenzentrum und den Entwurf des Vertrags zur Auftragsverarbeitung. Wo eine Anforderung nicht erfüllt ist, sagen wir das, statt es zu umschreiben.

Dazu kommt die Wahl des Betriebsmodells. Wer uns nicht in der eigenen Infrastruktur haben will, bekommt eine eigene Instanz oder den vollständigen Betrieb im Behördennetz. Das Modell entscheidet die Behörde, nicht wir.

Was passiert mit dem Beruf, wenn die Technik besser wird?

In Bund und Ländern entstehen eigene KI-Modelle für die Verwaltung, und Übersetzung steht dabei weit oben. Diese Systeme kommen, unabhängig davon, was der Berufsstand davon hält. Was darüber entscheidet, ob sie in Vernehmungen eingesetzt werden, ist selten die Qualität. Es ist die Verfügbarkeit.

Wenn um drei Uhr nachts niemand erreichbar ist, gewinnt die Maschine die Diskussion, ohne dass sie geführt wurde. Deshalb macht lingomatch qualifizierte Menschen so verfügbar, wie eine Maschine es wäre. Jeder vermittelte Einsatz ist ein Beleg dafür, dass die Alternative funktioniert.

Warum steht Vertrauen im Zentrum?

Weil Dolmetschen im behördlichen Kontext ein Vertrauensberuf ist. Die Behörde vertraut darauf, dass die Übertragung korrekt ist. Der Beschuldigte vertraut darauf, dass er verstanden wird. Die dolmetschende Person vertraut darauf, dass sie fair behandelt und bezahlt wird. Wenn eine Plattform dieses Vertrauen nicht ernst nimmt, hat sie kein Recht zu existieren.

Team und Beteiligte

Die Menschen hinter lingomatch.

Ein kleines Team, das die Plattform baut, und zwei Gesellschafter mit technischem Hintergrund.

Florian Crosbie

Geschäftsführer und GründerGründung

Amic Kumar Goyal

Software und Security EngineerTechnik

Jürgen Schmidt

Investor und Business AngelGesellschafter

Alexander Beck

Investor und Business AngelGesellschafter
Wo wir stehen

Unser Weg, Schritt für Schritt.

Kein überhastetes Wachstum, sondern belastbare Qualität. Was erledigt ist, was gerade läuft und was ansteht.

Plattform entwickeltVerschlüsselung, Vergabewege, Abrechnung und Nachweise
Erste BehördenkontakteAustausch mit Land, Bund und Justiz, Pilotpartner in Abstimmung
Beta mit PilotbehördenIn Vorbereitung, erste echte Einsätze im zweiten Halbjahr 2026
Schrittweise AusweitungBundesland für Bundesland, Behördentyp für Behördentyp
Beta-Phase 2026

Gestalten Siedie Entwicklung mit.

Einer der ersten Zugänge, kostenfrei und unverbindlich.

  • Aus dem Saarland
  • Betrieb in Deutschland
  • Beta im zweiten Halbjahr 2026